Nationalpark Steigerwald

Wir wollen  den Steigerwald mit seinem alten Buchenbestand umfassend schützen und ihn zum Nationalpark machen! Zwar gibt es auch andere schützenswerte Flächen in Bayern, die für die Ausrufung eines Nationalparks in Frage kommen. Gleichwohl sind sich die Grünen mit den Naturschutzverbänden einig, dass der Steigerwald das wertigste Gebiet ist. Daher ist die Forderung klar: Bayern muss einen dritten Nationalpark bekommen und dieser muss im Steigerwald ausgerufen werden.

Biotop-, Arten- und Prozessschutz

Nationalparks bieten den Raum, um natürlichen Prozessen, wie sie schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden in der freien Wildnis ablaufen, Raum zu geben. Dies fördert positive Synergien im Arten- und Biotopschutz. Denn nur, wenn die Bestände bestimmter Arten stabil sind, was eine gewisse Größe des Naturschutzgebietes voraussetzt, kann mensch von sicherem Artenschutz sprechen. Grade in Buchenwäldern besteht hinsichtlich der Artenvielfalt akuter Handlungsbedarf. In europäischen Buchenwäldern leben rund 11.000 Arten. Rund ein Viertel davon sind Buchenwaldspezialisten, das heißt, rund 2.750 Arten leben ausschließlich in Buchenwäldern. Diese Arten sind akut bedroht, wenn wir nicht handeln, sprich: Nationalparks und andere Naturschutzgebiete in Buchenwäldern ausrufen.

Dafür ist der Steigerwald bestens geeignet, wie zum Beispiel die Machbarkeitsstudie (2006) des Bundesamts für Naturschutz im Zuge der Suche von Buchenwäldern für ein Weltnaturerbe in Deutschland zeigt. Dort war der nördliche Steigerwald der wertigste Buchenwald in ganz Bayern und der fünfwertigste Buchenwald in Deutschland. Die hohe Wertigkeit wurde auch in der „Studie für ein mögliches Unesco-Weltnaturerbe Steigerwald“ vom bayrischen Umweltministerium (2015) bestätigt.

Regenerationsfähigkeit und Klimawandel

Der bayrische Wald und viele andere Nationalparks beweisen: In Zeiten der Klimakrise hilft uns ein geschützter, ungenutzter Wald viel besser als ein bewirtschafteter Wald. Oft verstärken nämlich die forstwirtschaftlichen Methoden der „Holzernte die Auswirkungen des Klimawandels immens. Je naturbelassener wir den Wald lassen, umso resistenter und regenerativer wird er hinsichtlich des Klimawandels. Insbesondere Buchenwälder sind z.B. weniger anfällig gegenüber Borkenkäfern.

Zudem hat ein ungenutzter Wald eine sehr positive Klimawirkung. Nicht nur  speichert alter Baumbestand C02 im Vergleich zu Nutzholz länger, auch ein intakter Waldboden kann viel mehr CO2 aufnehmen. Diese Speicherkapazitäten im Boden werden durch die Forstwirtschaft oft beschädigt oder gar zerstört.

Zusätzlich hat ein dichter Wald eine stark abkühlende Wirkung auf das lokale Klima.

Forschung und Lernfläche

Ein Nationalpark bietet die Möglichkeit zu lernen, wie sich die Natur ohne den Einfluss von Menschen verändert bzw. wie allgemein biologische Prozesse ohne menschlichen Einfluss ablaufen. Gerade im fortschreitenden Klimawandel können Wissenschaftler*innen daraus wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Dieses Wissen kann dann auch in Wirtschaftswäldern angewandt werden, um diese klimaresistenter umzubauen.

Naturerlebnis und Regionalentwicklung

Ein Nationalpark mit einem sanften Tourismus führt zu einem Ausbau der regionalen Infrastruktur, um die Erholung Suchenden aufnehmen zu können. Dies hat positive Auswirkungen auf die ganze Region, da zum Beispiel Kommunen für Alle besser erreichbar werden. Der erhöhte, sanfte Tourismus führt zu einer wirtschaftlichen Stärkung der Region, da zum Beispiel Gaststätten und Hotels mehr Umsatz erzielen können. Neben den neuen Jobs im Tourismusbereich bietet ein Nationalpark hat aber auch das Potenzial, ein großes Naherholungsgebiet und eine große Umweltbildungsstätte zu werden. Davon profitiert nicht nur die regionale Wirtschaft, da zusätzliche Jobs geschaffen werden, sondern auch die gesamte Bevölkerung, die durch ein regionales Umweltbildungszentrum Naturerlebnisse mit Umweltbildung verbinden kann.