06.09.2020

Von: Luca Rosenheimer

Der Nationalpark Steigerwald sucht Aktivisten wie Dich!

Nationalpark Steigerwald - jetzt!

 

Unsere neuen Mitglieder zeichnet aus, dass sie aktiv sein wollen für ein besseres Morgen. Es reicht ihnen nicht aus, die aktuellen Verhältnisse zu kritisieren. Sie treten ein, um unsere Gesellschaft zu verändern.

Wir haben das Neumitgliedertreffen 2020 der Grünen Oberfranken deshalb genutzt, um Ihnen ein wichtiges Projekt vorzustellen, wo sie sich einbringen können.

Vielleicht ist es auch ein Projekt für dich, für dass du dich einsetzen möchtest?! Wir stellen es dir hier kurz vor:

Warum ist es sinnvoll sich für einen Nationalpark einzusetzen?

Man kann es in einem Satz zusammenfassen: Gesunde Ökosysteme sind der beste Klimaschutz.

Warum gerade ein Nationalpark Steigerwald?

Der Steigerwald ist einer der wenigen naturnahen, großflächigen Buchenmischwälder in Europa.

Biotop-, Arten- und Prozessschutz:

Drei stark zusammenhängende Punkte. Um natürliche Prozesse zu ermöglichen, braucht es großflächige naturbelassene Flächen, wie es sie in einem Nationalpark Steigerwald geben würde. Durch den Schutz der natürlichen Prozesse wird die Artenvielfalt erhalten und die Anpassung der Arten an Veränderungen wie die Klimakrise ermöglicht.

Zusätzlich sind bestimmte Arten auf den Rotbuchenwald als natürliche Lebensgrundlage angewiesen. In mitteleuropäischen Buchenwäldern gibt es ungefähr 11.000 Tier-, Pilz- und Pflanzenarten, ein Viertel davon sind Spezialisten, die nur in Buchenwäldern leben können.

Hohe Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit:

Die letzten Jahre zeigen auf, dass es auch hier in Franken durch den Klimawandel immer öfter Hitze- und Dürreperioden gibt. Um diese Perioden zu überstehen, braucht es einen gesunden, starken Wald und keine schwachen, ungesunden Forste.

Zusätzlich gibt es in Buchenwäldern keine Beispiele dafür, dass es in diesen zu einem großflächigen Absterben der Bäume aufgrund von Schädlingen kam.

Klimawald:

Ein Baum, der seine komplette Lebens- und Totzeit ausnutzen darf, speichert viel C02 über einen langen Zeitraum.

Zusätzlich dient ein naturbelassener Buchenwald mit dichtem Blätterdach als natürlich Klimaanlage, denn er kühlt die Umgebung stark ab. Dies ist grade in Zeiten von Hitzeperioden sehr nützlich.

Entwicklung der Region:

Aber auch für die Region um den nördlichen Steigerwald herum, also vor allem die Landkreise Schweinfurt, Bamberg und Haßberge, ist ein Nationalpark wirtschaftlich sinnvoll. Durch einen sanften Tourismus wird die Infrastruktur der gesamten Region gestärkt.

Nachhaltige Bildung:

Auch für Fortbildungen von Bildungseinrichtungen und Forschungen kann ein Nationalpark sehr gut dienen, um Artenvielfalt und natürliche Prozesse aufzuzeigen und von ihnen zu lernen.

Warum sind die Voraussetzungen im Steigerwald für einen Nationalpark so hervorragend?

Dieser tolle Zustand des Steigerwaldes ist unter anderem dem ehemaligen Staatsförster Sperber zu verdanken, der trotz starkem Gegenwind und mehreren Dienstverweisen sich für einen Erhalt von alten Buchenbeständen eingesetzt hat.

Und genau so ein Mensch, wie Herr Sperber, gibt uns Aktivist*innen Mut: Er hat sich damals für eine nachhaltige Forstbewirtschaftung eingesetzt und wurde dafür, auch vor seinem eigenen Haus, attackiert.

Trotzdem blieb er standhaft und kämpfte für seine Ideale. Heute haben die bayrischen Staatsforsten viel von seinen Konzepten übernommen.

Für die Naturschutzverbände ist klar, dass es einen Nationalpark Steigerwald braucht. Leider wehren sich die Staatsforsten und die Landesregierung gegen eine offene Diskussion über einen Nationalpark.

Seehofer – in seiner damaligen Funktion als Ministerpräsident von Bayern –  sprach zwar von einem dritten Nationalpark, schloss den Steigerwald unverständlicherweise aber als einziges Gebiet aus. Unverständlich deshalb, weil der nördliche Steigerwald in Studien als der wertvollste Wald in Bayern angesehen wird und es bräuchte keinen großen „Umbau“, um als Nationalpark ausgerufen zu werden.

Fazit

Es gilt dran zu bleiben. Und früher oder später – wir denken eher früher – wird ein Nationalpark Steigerwald kommen. Die Frage bleibt nur wann?

Diese Frage ist nicht irrelevant, da die bayrischen Staatsforsten aus Profitgründen auch weiterhin alte Buchen ernten. Das heißt, umso eher ein Nationalpark kommt, umso wertvoller wird der Wald noch sein. Und genau dafür kämpfen wir mit allen friedlichen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zum Steigerwald erhaltst du beim „Verein Nationalpark Nordsteigerwald“ und dem „Verein für den Nationalpark Steigerwald“.

Wer sich politisch für den Nationalpark Steigerwald engagieren will, wendet sich an Luca Rosenheimer oder Harald Kenst.

Die Nationalpark-Bewegung in der Region:

Seit mehreren Jahren setzen sich der Verein Nationalpark Steigerwald, mit über 1300 Mitgliedern, und der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald für die Ausrufung eines Nationalparks im nördlichen Steigerwald ein. Dort werden auch regelmäßig News rund um das Thema Nationalpark Steigerwald veröffentlicht.

Seit mehr als einem Monat gibt es nun auch ein weiteres Bündnis, das „Steigi bleibt – Bündnis für einen Nationalpark Steigerwald“, mit 22 unterstützenden Gruppierungen, darunter auch die Grünen Bayern und Oberfranken, aber auch Ortsgruppen von Fridays For Future, Extinction Rebellion, Ende Gelände und dem Bund Naturschutz. Die Website des Bündnisses wird in den nächsten Monaten erstellt.

Gemeinsam arbeiten die drei Akteure mit teils unterschiedlichen Vorgehensweisen an dem gleichen Ziel.

Wer sich politisch für den Nationalpark Steigerwald engagieren will, wendet sich an Luca Rosenheimer oder Harald Kenst.

Häufige Fragen

Wo in Oberfranken liegt der Nördliche Steigerwald?

Der Steigerwald liegt im Westen Oberfrankens. Das gesamte Gebiet, welches für einen Nationalpark in Frage kommt, ist im Besitz der Bayerischen Staatsforsten.

<p“>Quelle: Opens external link in new windowVerein Nationalpark Nordsteigerwald

Wer kann darüber entscheiden, ob ein Nationalpark in Bayern eingerichtet wird?

Die Entscheidung fällt auf Landesebene, also die Landesregierung und der Landtag.

Beitrag von Tim-Luca Rosenheimer

Fotos: Teaser-Foto Harald Kenst, alle weiteren Bilder Tanja Potzler